M’era Luna 2026: Ein neues Kapitel beginnt in der „Mondgeborenen Stadt“

Foto: Michael Rothert (VS)
Dunkler Samt, schwarze Spitze und schwere Stiefel treffen auf strahlenden Sonnenschein: Das M’era Luna 2026 wirft seine langen Schatten voraus. Während die Vorbereitungen auf dem Flugplatz in Hildesheim bereits auf Hochtouren laufen, poliert die schwarze Community schon jetzt ihre Outfits für das dunkelste Highlight des Sommers. Wir werfen einen Blick auf das, was uns am 8. und 9. August erwartet.
Seit seiner Premiere im Jahr 2000 hat sich das M’era Luna vom Geheimtipp zu einem der wichtigsten Treffpunkte der europäischen Gothic-Szene entwickelt. Was einst als ambitioniertes Projekt begann, zieht heute jährlich rund 25.000 Besucher aus aller Welt auf den Flugplatz Drispenstedt. Einen besonderen Meilenstein markierte das vergangene Jahr: Das 25-jährige Jubiläum war bereits Monate im Voraus ausverkauft und zeigte eindrucksvoll, wie ungebrochen die Faszination des Festivals bis heute ist.
2026 startet das M’era Luna nun in eine neue Ära. Mit der Einführung der „Mondgeborenen Stadt“ erhält das Festival erstmals eine zusammenhängende Hintergrundgeschichte. Kapitel 1 führt in eine uralte, geheimnisvolle Stadt, deren Schicksal durch den Einschlag eines Meteoriten für immer verändert wurde. Dieser erzählerische Rahmen soll das Gesamtgefühl des Festivals künftig noch immersiver und atmosphärischer gestalten.
Der Festival-Samstag startet mit einem besonderen Augenmerk auf neue Szeneacts: Newcomer-Gewinner Mortes eröffnet die Main Stage mit einer Mischung aus Grunge, Post-Punk und Dark Wave. Später übernehmen Within Temptation die Rolle des Headliners und bringen ihren Symphonic Metal auf die Bühne des Flugplatzes. Auch In Extremo dürften mit ihrer Verbindung aus Dudelsäcken, Rock und mittelalterlichen Elementen zu den publikumsstärksten Acts des Tages zählen.
Ergänzt wird das Programm unter anderem durch White Lies, die ihren melancholischen Post-Punk-Sound nach Hildesheim bringen, sowie durch Combichrist mit harten Industrial– und Aggrotech-Einflüssen. The Birthday Massacre setzen dagegen stärker auf atmosphärischen Synth-Rock und düstere Pop-Elemente. Insgesamt spannt der Samstag einen Bogen von Symphonic Metal über Mittelalter-Rock bis hin zu elektronischer Härte.
Der Sonntag beginnt mit den Newcomer-Siegern Final Selection, die seit vielen Jahren im Bereich Synth-Pop und Dark Wave aktiv sind. Zu den wichtigsten Acts des Tages zählen außerdem Saltatio Mortis, OMD, Lacrimosa und IAMX. Während OMD als Synthie-Pop-Pioniere einen eher klassischen elektronischen Sound vertreten, stehen Lacrimosa weiterhin für orchestralen Gothic mit emotionaler Wucht. IAMX ergänzt das Programm mit experimentellen Electro- und Dark-Wave-Einflüssen. Abgerundet wird der Sonntag durch ein Solo-Set von Floor Jansen.
Zum M’era Luna gehört jedoch weit mehr als das Bühnenprogramm. Der Mittelaltermarkt, der Crypt Talk oder die große Warm-up-Party am Freitag prägen die besondere Stimmung des Festivals ebenso wie die After-Show-Partys mit zahlreichen DJs. Auch die traditionelle Modenschau bleibt ein fester Bestandteil der Festivaltage und zeigt aktuelle Trends und Stilrichtungen der schwarzen Szene.
Für die Planung des Festivalwochenendes stehen verschiedene Ticketoptionen zur Verfügung. Ein reguläres Wochenendticket für 169 € beinhaltet den Zugang zum Veranstaltungsgelände sowie zum regulären Campingplatz, auf dem sich auch der Mittelaltermarkt befindet. Wer ein Rundum-sorglos-Paket bevorzugt, kann Kombi-Angebote inklusive Hotelübernachtung ab etwa 251 € pro Person buchen. Für Kurzentschlossene gibt es zudem Tagespässe für 99 €, die einen Tag lang Zugang zum Festivalgelände gewähren. Wer mehr Komfort beim Campen sucht, kann gegen Aufpreis Upgrades für bereits aufgebaute Zelte oder spezielle Camper-Stellplätze erwerben.
Auch bei der Anreise gibt es wichtige Details zu beachten. Die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist problemlos möglich, da ein Festival-Shuttle die Besucher bequem zum Gelände bringt. Wer mit dem Auto anreist, sollte das Parkticket unbedingt im Vorfeld für 10 € erwerben, da der Preis vor Ort auf 20 € ansteigt. Für Wohnmobile ist die Zufahrt nur mit einem entsprechenden Zusatzticket gestattet. Ein wichtiger Hinweis für alle Ungeduldigen: Eine zu frühe Anreise sollte vermieden werden, da dies behördliche Bußgelder nach sich ziehen kann.
Zwischen Konzerten, Mittelaltermarkt, After-Show-Partys und der neuen Geschichte rund um die „Mondgeborene Stadt“ verspricht das M’era Luna 2026 erneut ein Wochenende voller Atmosphäre und Szenegefühl. Im August verwandelt sich der Flugplatz in Hildesheim wieder in einen Treffpunkt für tausende Fans schwarzer Kultur – mit Musik, Mode und Momenten, die weit über das eigentliche Bühnenprogramm hinausgehen. Ob wegen der großen Headliner, der besonderen Festivalatmosphäre oder einfach wegen des Gemeinschaftsgefühls: Wenn schwarze Spitze, schwere Boots und treibende Bässe den Flugplatz erfüllen, beginnt für die Szene erneut eines der wichtigsten Wochenenden des Jahres. Wir sehen uns auf dem Flugplatz.
Alle Infos zum M’era Luna Festival sowie das Line-Up findet ihr auf der Homepage des Festivals.
Redaktion: Svenja Göttfert