Nocturnal Culture Night 2018

Marcel
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POPoNAUT - Mikrofon/gelb

NCN Nocturnal Culture Night 13, 07.-09.09.2018, Deutzen

Das Beste aus 40 Jahren dunkler Musik, so kann man das 13. NCN Festival wohl am besten zusammenfassen. Bei herrlichem Spätsommer-Wetter feierten rund 3000 Besucher mit großen Musikern wie Marc Almond und Peter Hook sowie unter anderem mit den Bands Die Krupps, Heimataerde und Zeromancer bis in den späten Abend.

Donnerstag, 06.09.2018

Für die „Early Birds“ öffnete der Campingplatz auf dem NCN-Gelände in Deutzen bereits am Donnerstagnachmittag um 17 Uhr seine Pforten; an diesem Tag fand um 21 Uhr an der Kulturbühne auch schon die offizielle Warm-Up Party mit den Bands Blac Kolor und Formalin und anschließender Party mit DJ Schubi & Co statt.

Freitag, 08.09.2018

Der Freitag begann mit Einlass und Bändchen-Ausgabe um 15 Uhr; für jeden Besucher gibt es dazu übrigens ein informatives, schön gestaltetes Programmheft mit Infos zum Festival und einem kurzen Einführungstext zu jeder Band des Line-Ups!

Die Krupps Bis zum Auftritt der ersten Band um Viertel nach vier blieb noch etwas Zeit und so konnte man sich einen Überblick über das Gelände verschaffen. Auch in diesem Jahr fanden die Konzerte verteilt auf vier Bühnen statt: Die große Amphitheater-Bühne (kurz Amphibühne genannt), die Parkbühne, die Weidenbogenbühne und die abseits gelegene Kulturbühne.

Das kulinarische Angebot umfasste zum Beispiel Pulled Pork, Kräppelchen (kleine Hefe-Schmalzkuchen), Ofenkartoffeln oder verschiedene Flammkuchen. Auch mexikanisches oder asiatisches Essen war zu finden, ebenso Currywurst mit Pommes (die geht doch immer, oder?). Außerdem eine Fischbude, Knobi-Brot und Waffeln. Ein ganz besonderes Highlight war der Röstkloß-Wagen, an dem man geröstete Thüringer Klöße in verschiedenen Variationen, zum Beispiel mit Gulasch und Rotkohl, Hähnchenbrust, Roulade oder Chili-Käse, aber auch in Süß mit Apfelmus erwerben konnte. Der Getränke-Ausschank sowie ein Fruchtwein-Stand, die Whisky-Ecke und eine Cocktailbar und sorgten dafür, dass man nicht auf dem Trockenen saß.

Eine sorgfältig getroffene Auswahl an Händler-Ständen rundete das Angebot ab; man konnte szenetypische Kleidung, Accessoires, Näh- und Bastel-Zubehör oder gruftige Stofftiere erwerben. Die Schwarze Familie (http://die-schwarze-familie.net/) war natürlich auch wieder mit ihrem Stand vor Ort; dieses Festival ist sehr familienfreundlich ausgerichtet und viele Eltern hatten ihre Kinder (natürlich immer mit passendem Gehörschutz) auf dem Gelände dabei, die gemeinsam ihren Spaß hatten.

Der gemütliche Kulturpark Deutzen an sich ist sehr verwinkelt und man kann immer wieder etwas Neues entdecken, oder ein Fleckchen zum Hinsetzen und Ausruhen finden. Leider sind hier viele Wege steinig und uneben, so dass das Gelände für Menschen mit körperlichen Einschränkungen etwas schwieriger zu begehen ist. Eine explizite Rollstuhlfahrer-Tribüne gibt es bei diesem Festival nicht, und es wäre auch nicht möglich, eine solche auszuweisen, denn dafür wäre ein geeigneter Platz aufgrund der Größe überhaupt nicht vorhanden. Die vielen Stufen und fest eingebauten Bänke im Amphitheater tun ihr übriges. Dennoch sah man einen Rollstuhlfahrer, der die Herausforderung dieses Geländes annahm – wahrscheinlich ist dies nur mit viel Hilfe von Freunden zu meistern.

Für die Toilettenbenutzung gibt es bei diesem Event eine eigene Regelung: Es wird getrennt abgerechnet und so kosten die Toilettenbesuche extra. Man konnte entweder ein Extra-Bändchen für eine „Puller-Flatrate“ erwerben (10 Euro für alle Tage oder 4 Euro pro Tag), oder eine 10er Karte zum Abstreichen, oder aber für jeden Besuch einzeln 50 Cent bezahlen. Dafür waren die Toiletten aber immer sauber und gepflegt. Dixi-Klos waren frei.

So, nun aber endlich zur Musik!

The Beauty Of Gemina Pünktlich um 16:15 Uhr eröffnete Anne Goldacker, die blonde der beiden Moderatorinnen, auf der Parkbühne das Festival für die Frankfurter Newcomer Suir. Ihren ruhigen und atmosphärischen Post-Punk präsentierten Lucia am Keyboard und Sänger Denis mit seiner Gitarre, die er wie eine Tanzpartnerin behandelte, so vertraut waren die Bewegungen mit dieser. Hier folgte später mit den Whispering Sons und Kas Product noch weiterer Post-Punk.

Eine halbe Stunde später begannen nach kurzer Begrüßung durch die rothaarige Moderatorin Manja Kraiser auch die Konzerte auf der Amphibühne mit den Berlinern Any Second, die mit krachendem EBM zu deutschen Texten die Leute erst mal so richtig aufweckten. Mit den alten Hasen Plastic Noise Experience gab es hier im Anschluss knackigen Oldschool-EBM mit deutschen und englischen Lyrics, sowie eine eigenwillige EBM-Interpretation des Bronski-Beat-Klassikers Smalltown Boy.

Auf der Weidenbogenbühne startete das Programm um kurz nach fünf mit der Ein-Mann-Electro-Band TC75, Tanz-Party vor der Bühne inklusive. Es folgte ein kurzer Regenschauer, der aber zum Glück nicht lange anhielt und so konnte man pünktlich zum nächsten Auftritt von Die Krupps wieder trocken vor der Bühne stehen und abfeiern. Seit mehr als 30 Jahren treiben die Männer um Jürgen Engler aus Düsseldorf ihr Unwesen und kombinieren Industrial und Metal zu einem eigenen Genre, das man am besten als Metal Machine Music bezeichnen kann. Das von ihm selbst erfundene Stahlophon, bei dem der Frontmann auf Stahlrohre verschiedener Durchmesser einschlägt, ist legendär und kam selbstverständlich auch bei diesem Auftritt zum Einsatz. Das Publikum feierte ausgelassen zu Hits wie To The Hilt, Machineries Of Joy, und der Anti-Nazi-Hymne Fatherland. Der Auftritt war ganz offensichtlich für viele das Highlight des Tages.

Auf der etwas abgelegenen Kulturbühne konnte man abseits des (Gothic-)Mainstreams Folk und experimentelle Musik von 7pm Ritual, In My Rosary und The Devil And The Universe genießen. Im Anschluss wurde abends zur Unterhaltung noch ein Stummfilm gezeigt.

Während drüben auf der Amphibühne zunächst der selbsternannte Gothminister aus Norwegen abrockte, ging es auf der Weidenbogenbühne um kurz vor neun mit der hier letzten Band The Beauty Of Gemina etwas ruhiger weiter. Die sympathischen Synth-Rocker aus der Schweiz um den Liechtensteiner Michael Sele präsentierten einige ihrer größten Hits wie das ruhige Suicide Landscape oder das mitreißende, flotte Lonesome Death Of A Goth DJ. Zur Freude einiger Fans warf der Sänger immer mal wieder T-Shirts in die Menge. Für das melancholische Stück Darkness stellte sich der sonst eher mit verschiedenen Gitarren bewaffnete charismatische Frontmann Michael auch mal ans E-Piano.

Auf der Parkbühne wurde es derweil mit Clock DVA experimentell. Im Anschluss entführte Marc Almond auf der Amphibühne die begeisterten Zuschauer auf eine Zeitreise zur&
uuml;ck in die Achtziger und präsentierte einen Querschnitt seines Schaffens aus fast 40 Jahren Musik. Gemeinsam mit seiner Band und zwei Backgroundsängern (weiblich und männlich) gab er Stücke teilweise aus der Zeit mit seiner Band Soft Cell, aber auch viele Songs aus seiner Solo-Karriere sowie einige Cover-Versionen zum Besten – mit dabei natürlich auch sein bekanntester Hit von 1981, Tainted Love.

Mit dem gut besuchten Mitternachtsspecial auf der Parkbühne beendeten Lizette Lizette die Konzerte für den heutigen Tag. Wer um 1 Uhr nachts immer noch fit war, konnte dort aber im Anschluss zu Musik von DJ Ecki Stieg weiter feiern.

Samstag, 08.09.2018

Den spätsommerlich-sonnigen Samstag eröffneten um Viertel vor zwölf auf der Weidenbogenbühne Sündenrausch aus dem hohen Norden mit deutschsprachigem Gothic Pop-Metal. Die süße Sängerin Kira verzauberte nicht nur mit ihrer klaren Stimme die schon anwesenden Zuschauer.

Sündenrausch Auf der Amphi-Bühne starteten kurz darauf Controlled Collapse mit Elektro-Industrial zum Aufwachen – Sänger Wojciech war natürlich schon längst wach, fegte energisch über die Bühne und zog die Zuschauer mit seiner Mimik in den Bann. Hier folgte als nächstes Synth-Pop mit Scheuber (dem Keyboarder von Projekt Pitchfork) am Mikro und danach ruhiger Dark Pop von FAID.

Luc Stargazer eröffneten mit Post-Punk den Reigen auf der Parkbühne, anschließend gab es Synthwave von Box And The Twins und Hørd.

Die Kulturbühne blieb wie immer abseits des Mainstream und hier konnte man im Lauf des Tages folkige Klänge von Widukind und Evi Vine, experimentellen Angst Pop von Tanz Ohne Musik und Industrial von Brighter Death Now genießen.

Zur Mittagszeit begannen die Schweden Machinista mit dem eingängigen Song Take Comfort In Being Sad ihren Auftritt auf der Weidenbogenbühne. Man merkte dem Sänger John nicht an, dass er immer noch mit einer Erkältung zu kämpfen hatte; er motivierte das Publikum des Öfteren zum Mitsingen und kletterte später sogar an der seitlichen Traverse hoch. Die Menge feierte begeistert, vor allem das düster-poppige Stück Dark Heart Of Me war ein Höhepunkt der Show.

Fïx8:Sëd8 Im Anschluss beindruckten Fïx8:Sëd8 mit ihrer exzentrischen Bühnendeko und Performance die Menge. Zusätzlich zu den teilweise schwarz bemalten Puppenköpfen und -teilen, die an Keyboard und Mikrofonständer angebracht waren und überall herumlagen, erschien Sänger Martin aus Wiesbaden ganz in Weiß mit einem weißen Plastik-Overall und einer bizarren Maske, die aussah wie eine misshandelte, zweite Haut. Die attraktive Keyboarderin fiel mit ihrem ausladenden Kopfschmuck auf. Abwechslungsreich präsentierten die beiden ihren Dark Electro mit verzerrtem Gesang.

Immer wieder für gute Stimmung sorgen Heimataerde mit einer düsteren Mischung aus EBM, Electro, brachialer E-Gitarre und mittelalterlichen Instrumenten. Die sympathische Truppe in Tempelritter-Gewändern um Sänger Ashlar von Megalon blödelte und scherzte immer wieder miteinander und mit den Fans herum und auch durch das Auftreten des schwarzen Ritters Ignatius wurde die Show abwechslungsreich und bisweilen blutig – die ersten Reihen im Publikum bekommen immer etwas ab – so auch dieses Mal.

Auf der Amphi-Bühne wurde es um kurz vor vier mit den Armageddon Dildos wieder laut: EBM seit 1989. Frontmann Uwe flirtete viel mit den Fans und dem Publikum und ging immer wieder auf die Leute zu. Zusätzlich zu einem Querschnitt aus fast 30 Jahren EBM-Crossover mit z.B. East West oder In My Mind gab es den aktuellen Kracher Intimidated. Die Zuschauer feierten begeistert mit. Ebenfalls seit 1989 gibt es die hier nun folgenden Escape With Romeo aus Köln.

Heimataerde Nach den Gothic Rockern von The House Of Usher gab es um halb sieben für viele Besucher ein Dilemma: Die beliebten schwedischen Elektroniker Agent Side Grinder auf der Parkbühne oder zeitgleich härteren EBM von Tyske Ludder auf der Weidenbogenbühne? Tyske Ludder war auf jeden Fall keine schlechte Entscheidung! Energiegeladen präsentierten die norddeutschen EBM-Urgesteine (unterwegs seit 1991) mit zwei(!) Drummern ein abwechslungsreiches Set deutschsprachigen EBM mit provokanten Texten, und die zahlreich anwesenden Fans tanzten und feierten begeistert. Der Schlagzeuger Jay feuerte immer wieder das Publikum an, kletterte auch mal an der Traverse hoch und ging später sogar mit einer seiner Drums in die Menge. Zwischendurch ließ Frontmann Claus die Fans das Wort A.R.SCH.L.O.CH. buchstabieren – seine kurze Bemerkung hinterher: „das wollte ich auch mal machen“ – dies erfolgte ganz klar in Anspielung an den Auftritt von And One auf dem vergangenen Amphi-Festival (Wir berichteten: https://verloreneseelen.net/cms/artikel/artikel.php?id=216).

Auf der Amphi-Bühne feierten um kurz vor acht die Synthie-Popper S.P.O.C.K (Star Pilot On Channel K) ihre inzwischen 30jährige Liebe zu Star Trek gemeinsam mit vielen Fans, die teilweise in (nach Gothic-Style verfremdeten) Star Trek-Uniformen gekommen waren oder Luftballons in Form der Buchstaben S.P.O.C.K und Raketen mitbrachten. Die sympathischen Schweden performten ihre bekanntesten Songs, z.B. E.T. Phone Home, Astrogirl oder Dr. McCoy. Als besonderen Coup legten die Musiker eine kleine Swing-Einlage hin und spielten einige Stücke, unter anderem Never Trust A Klingon, in völlig anderem Gewand als bisher bekannt. Abschließender Kommentar von Frontmann Alexander: „Thank you! I always wanted to do that on a darkwave-Festival.“ (Ich wollte das schon immer auf einem Darkwave-Festival machen.)

S.P.O.C.K Mit Kirlian Camera stand im Anschluss endlich mal wieder eine Sängerin auf der Weidenbogenbühne und zur gleichen Zeit begeisterte Henric De La Cour eine große Menge an der Parkbühne, bei der es kaum ein Durchkommen gab.

Um 22:30 Uhr war es endlich Zeit für den Headliner Peter Hook and The Light. Mit einem einfachen „I’m from Manchester“ begrüßte der legendäre Bassist und Sänger Peter Hook die Fans und begann sofort mit dem Konzert – es wurden fast ausschließlich Songs aus seiner Zeit mit der stilprägenden Kult-Band Joy Division präsentiert, bei der er in den Siebziger Jahren Gründungsmitglied war. Entsprechend begeistert feierten ihn die Zuschauer im vollen Amphitheater. Den Song Atmosphere widmete er dem schon 1980 verstorbenen Sänger Ian Curtis, und dieser bewegende Moment sorgte mit Sicherheit für einige Gänsehaut und feuchte Augen im Publikum. Nach Joy Division gründete der Brite Anfang der Achtziger die weitere, richtungsweisende Band New Orde
r mit und in den Neunzigern feierte er mit Monaco weitere Erfolge. Als letzten Song des Abends spielte er mit seiner Band das wohl berühmteste Stück von Joy Division: Love Will Tear Us Apart.

Um kurz nach Mitternacht gab es auch an diesem Tag eine Aftershow-Party, diesmal mit DJ Chris Dupont (MRDTC).

 

Sonntag, 09.09.2019

Auch der Sonntag blieb sonnig und die Gothic Rocker Nox Interna betraten pünktlich zur Mittagszeit die Weidenbogenbühne. Die Show war abwechslungsreich und spannend, Frontmann Richy Nox bemalte zunächst ein Bild mit den Fingern, um es anschließend mit einer Schere komplett zu zerstören.

Kurz darauf gaben Steril aus Oldenburg auf der Amphi-Bühne den elektronischen Tanzbefehl und rissen die schon anwesenden Zuschauer gut mit.

Die als Opener für die Parkbühne angekündigten Popsimonova mussten auch in diesem Jahr ihren Auftritt leider kurzfristig absagen. Die folgenden Konzerte von Rue Oberkampf, The Foreign Resort und I Like Trains konnten aber wie geplant stattfinden.

Auf der Weidenbogenbühne folgte zunächst mit White Birches ruhiger Dark-Wave mit weiblicher Stimme, auf der Amphi-Bühne eingängiger Electro-Pop von Harmjoy. Das gemeinsame Projekt von Tyske Ludder-Keyboarder Olaf und Titans-Sänger Dan von Hoyel hat bisher erst ein (viel beachtetes) Album veröffentlicht, wird demnächst aber mit einem weiteren nachlegen. Live wurden sie von Tyske Ludder Drummer Jay unterstützt. Der ausdrucksstarke Sänger Dan aus San Francisco erklärte auf Englisch zu fast jeden Song den Hintergrund – so geht es z.B. in dem Ohrwurm Pain Decay darum, über jemanden hinweg zu kommen: Manchmal dauert es ein halbes Leben. Und manchmal dauert es ein ganzes Leben. Der neue Song Don’t Keep Me Waiting war ein vielversprechender Vorbote aufs kommende Album, und natürlich wurde auch die geniale Hymne Inside Out nicht ausgelassen.

Nox Interna Mit dem brillanten Bravery starteten die Amerikaner Assemblage 23 um kurz vor halb drei auf der Weidenbogenbühne. Die Futurepop-Band aus Seattle wurde vom Publikum gebührend empfangen und gefeiert, vor der Bühne war eine riesige Party im Gang. Frontmann Tom und sein Keyboarder Paul präsentierten einige beliebte Songs wie Naked, Disappoint oder Let The Wind Erase Me. Markenzeichen sind hier tanzbare, mitreißende Stücke mit tiefgründigen, emotionalen Lyrics.

Und was war nun eigentlich auf der Kulturbühne los? Am frühen Nachmittag gab es Darkpop von St.Michael Front, später eine Mischung aus Wave und Post-Punk von UV Pop und abends – als Highlight für viele Fans – Stalingrad Valkyrie, ein weiteres Projekt der Protagonisten von Kirlian Kamera mit der beliebten Frontfrau Elena.

Nachdem es zunächst auf der Amphi-Bühne mit Red Cell melodischen, eingängigen Synthie-Pop aus Schweden gab, lieferten Orange Sector auf der Weidenbogenbühne eine energiegeladene Oldschool-EBM-Show ab, die beim Publikum bestens ankam – Sänger und Keyboarder wechselten sich beim Singen ab und spielten eine gute Auswahl aus 15 Jahren EBM mit vorrangig deutschen Texten.

Harmjoy Auf der Amphi-Bühne ging es nun wieder zurück in die Achtziger, denn die beiden ehemaligen Propaganda-Sängerinnen Claudia Brücken und Susanne Freytag taten sich als D:uel zusammen, um gemeinsam die Stücke ihrer früheren Band neu zu interpretieren. So konnte man sich auf Klassiker freuen wie Dr. Mabuse, Duel oder p:Machinery. Das Amphitheater war gut gefüllt und die beiden Sängerinnen in goldenen Kleidern kamen bei den Fans gut an.

Minimal-Elektronisch wurde es auf der Weidenbogenbühne mit den dortigen Headlinern Welle:Erdball. Frontmann Honey begrüßte die Fans wie immer in einem schwarzen Anzug und die Band legte gleich los mit Wir wollen keine Menschen sein von 1998. An diesem Abend wurden der Sänger und sein neuer Mann an den Tasten, c0zmo, von der dunkelhaarigen Sara Peel und – zum ersten Mal mit Welle:Erdball auf der Bühne – der blonden La Linea begleitet. Zu 20.000 Meilen unter dem Meer vergaß Honey bei der zweiten Strophe völlig den Text – so etwas stört aber die Fans im Allgemeinen nicht, im Gegenteil, es macht die Band sympathisch und live ist eben live. Der Frontmann betonte bei den Stücken 23 und Monoton und Minimal, dass sie aus einem einzigen Commodore 64 entstammen, was sonst wahrscheinlich niemand glauben würde! La Lina hatte mit Liebe der 3. Art ihre Premiere als Sängerin – die Musik zu diesem Song kommt, wie Honey noch hervorhob, komplett aus einem einzigen Nintendo DS. Die Show blieb abwechslungsreich und spannend und wie immer gab es je nach Song-Thema riesige Luftballons, die Super 8-Kamera und Papierflieger. Die Zugaben hängte er gleich direkt mit dran und so konnten sich die Zuschauer unter anderem über den Song Feuerwerk, ein gut gemachtes Cover des Achtziger-Hits von Stephan Remmler, freuen.

Zeromancer Auf der Amphi-Bühne starteten um halb neun die Sonntags-Headliner Zeromancer aus Norwegen. Aufgrund der Tatsache, dass viele Besucher am Montag wieder arbeiten mussten, war das Amphitheater nicht mehr so voll wie noch zur selben Zeit am Samstag, aber es war immer noch viel los und die Stimmung bombastisch. Viele Fans trugen Norwegen-Flaggen und -Fähnchen bei sich und schwenkten diese euphorisch. Der sportliche Sänger Alex tobte dynamisch über die Bühne. Den ersten großen Hit Clone Your Lover der Synth-Rocker bejubelte die Menge schon beim ersten Ton, aber es gab noch weitere Kracher wie Stop The Noise und natürlich Sinners International. Sympathisch versuchte der Frontmann die Zeit einer kleinen technischen Pause durch Reden zu überspielen, was ihm nach eigener Aussage eher nicht so sehr liegt. Er freute sich aufrichtig über die Begeisterung im Publikum und bedankte sich freudestrahlend. Um kurz vor zehn war das Konzert nach einer kleinen Zugabe mit Dr. Online dann leider endgültig zu Ende, obwohl die anwesenden Fans sicher noch lange weiter mitgefeiert hätten.

Zum Abschluss des Festivals holte der Chef Holger Troisch persönlich noch fast die gesamte NCN-Crew auf die Bühne, um sich gemeinsam mit dem Publikum gebührend bei allen Beteiligten zu bedanken – und selbstverständlich wurde auch der Termin des Festivals fürs kommende Jahr, nämlich vom 06. bis 08.09.2019, bekannt gegeben. Wir sehen uns!

Autor: Luscinia
Copyright Photos: Marcel Kahner

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