25.01.2011 – Sarah Noxx & Mark Benecke

Marcel
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Interview zum aktuellem gemeinsamen Projekt „Where The Wild Roses Grow“

 

Wie ist es zu dieser ungewöhnlichen Zusammenarbeit gekommen? Mark, kennt ihr euch schon länger? Wo habt ihr euch das erste mal getroffen?

BENECKE: Ich kannte ihren Gesang schon lange. Persönlich kennengelernt haben wir uns gloobe ick auf dem platten Acker in Brandenburg bei einer sozialistischen Aufführung, bei der auch eine Holz-Schlange eine Rolle spielte, Details finden sich noch irgendwo im Netz, das ja bekanntlich nichts vergisst 😉
Als ich dann eines nachts fast erfroren um einen vierseitigen Hof streifte, blies Frau Noxx mir beinahe das Lebenslicht aus, aber auch das ist eine Geschichte, die hier keiner lesen müssen sollte, der nicht lebenslange Alpträume mit sich schleppen will.

Gleiche Frage an NOXX: Wie sah euer erstes Treffen aus?

NOXX: Kaum vermag ich, mich zu erinnern – es muß wohl in einem unserer prophetischen Träume gewesen sein …

BENECKE: Sie weiss es bloss nicht mehr, weil es so kalt war, dass sogar alle Gedanken einfroren. Ich habe allerdings noch ein Video des Abends im Safe, harrharrharrharrharr!

Sara, was war zuerst da: Die Idee einer Zusammenarbeit oder der Wunsch „Where The Wild Roses Grow“ zu covern?

NOXX: In diesem Fall wuchs der Wunsch aus der Idee …

Der „Herr der Maden“ ist natürlich eine perfekte Wahl als Duettpartner für eine Mordballade: Siehst du das genauso?

NOXX: Definitiv! Mit niemandem hätte ich diesen Song lieber musikalisch umgesetzt, als mit dem von mir hochverehrten Doc.

Sara, nach welchen Kriterien wählst du die Künstler aus, mit denen du zusammenarbeitest? Wie bist du gerade auf Mark Benecke gekommen? Ein Kriminalbiologe ist doch als Duettpartner eine eher ungewöhnliche Wahl! Was war der besondere Reiz dabei?

NOXX: Der wichtigste Aspekt ist für mich sicherlich die Sympathie – sowohl für den Mensch, als auch – bei der Zusammenarbeit mit anderen Musikern – für deren musikalisches Schaffen. Mark Benecke ist eine xxtrem schillernde Persönlichkeit, deren Reiz ich mich unmöglich zu entziehen vermochte – natürlich empfinde ich seine Profession als äußerst interessant, wesentlich faszinierender jedoch ist seine Art, Erlebtes zu vermitteln – dem Beneckschen Esprit erlag ich bereits weit vor unserer Kooperation. 😉

Sara & Mark, welche Herausforderung stellt diese Kooperation für euch dar?

NOXX: Die Herausforderung bestand wohl eher für die StudioCrew … 😉

MARK: Ich brauchte tonnenweise Regie-Anweisung: "Stell Dir jetzt vor, die Sonne geht unter und unter Dir liegt deine geliebte, aber von Dir getötete Person im Wasser. Was fühlst Du? Sing das dann so!" — Für jemanden, der nur wenige Gefühle hat und nicht singen kann,
eine interessante Herausforderung…
Besonders verdient haben sich hier Herr Rilinger und die Jungs von KONTRAST gemacht, die mich das ganze mehrfach einsingen ließen, teils gegrowled…am Ende hatten wir alle angst vor mir, sogar ich selbst.
Frau Noxx hat davon allerdings nicht viel mitgekriegt, da sie lieber mit meiner Gattin plauderte, über was, will ich lieber gar nicht wissen.

Wo und wie habt ihr die Single “Where the wild roses grow” aufgenommen?

BENECKE: Im Ruhrpot growlte ich in den Rilinger-Studios, in Berlin intonierte ich bei den Patenbrigadisten und Kontrast…es war der helle Wahnsinn. Dafür haben wir jetzt jede Menge geile Remixxe! Ein lustiges Video findet sich, wenn man bei google "youtube kontrast
benecke" eintippt.

Sara & Mark, welche Rolle haben Nick Cave bzw. Kylie Minogue in euren Leben gespielt?

NOXX: Sowohl bei Kylie Minogue als auch bei Nick Cave handelt es sich um von mir geschätzte Musiker – das Zusammenspiel beider faszinierte mich vom erstmaligen Hören bis
zum heutigen Tag.
DR. DOOM a.k.a. markito el markito a.k.a. BENECKE: Ich habe die Murder Ballads wochenlang gehört, während tropischer Regen draussen auf die Gebäude und Slums der University of the Philippines niederströmte, ein weisser Gecko die Ameisenstrassen in meinem Bunker inspizierte (ich habe dort damals gearbeitet) und ich noch einen tragbaren CD-Spieler besass, auf dem in der Regel nur um die zehn Lieder (eben pro CD) drauf waren. Wahnsinn. Ich kann jeden der Texte — und sie sind nicht alle einfach — auswendig…yeah!
Kylie hing natuerlich auch ueber meinem Bett bei der Jugendfreizeit, wenn ich mich recht erinnere…aber das ist ein anderes Thema…

Mark, was hat dich als Kriminalbiologen dazu bewogen, sich in musikalisches Terrain vorzuwagen?

BENECKE: Das war ganz selbstverständlich, da Frau Noxx und ich ja nicht nur ein Duo sind, sondern deshalb eben auch Duette singen wollen. Es kommt noch mehr, schnallt euch feste an, wir werden uns durch die Schlager-Paraden der letzten sechzig Jahre wühlen. Nichts ist uns heilig und wir nehmen auch gerne Vorschläge der LeserInnen an. Tod muss nicht vorkommen, nur möglichst deviante Liebe 😉
Mir tun nur die Bands leid, die das wieder remixxen müssen 😉 — aber das ist ja nicht unser Problem, wir verziehen uns derweil auf die Malediven (Noxx) bzw. in eine Eishöhle am Nordpol (Benecke), also den uns jeweils wohlgefaelligsten Plaetzchen.

Sara, warum überhaupt ein Coversong und kein eigenes Stück?

NOXX: Purer Zufall und doch bewußte Wahl – texxtlich schien dieser Song für uns prädestiniert und zudem wurde er von Künstlern interpretiert, die wir beide sehr schätzen.

BENECKE: Ich kann nicht singen und Frau Noxx ist auch eher Meisterin im hauchen, stoehnen, bitten, lieben und hoffen. WIr legen daher lieber mit den Fähigkeiten, die wir haben, das aus, was andere schon anders auslegten. Jeder, wie er will, aber immer anders und wild und frei — beachtet die aberwitzigen Remixxe, die Euch bald um die Ohren fliegen (echt — Hammer)!

Und warum gerade „Where The Wild Roses Grow“?

BENECKE: Frau Noxx ist eben wild — und ich ein Roeschen. Oder umgekehrt? Man weiss so wenig.

Sara ist ja hinreichend als Lyrikerin bekannt, doch wie wichtig sind euch Texte überhaupt? Was hat euch zu “Where the wild roses grow” inspiriert?

Benecke: Mir ist der Text superwichtig, von Musik versteh ich ja eh nixx, haha! Nee, im ernst, die MURDER BALLADS sind sicher eine der treffendsten Platten, die ich je gehört habe, wenns um Mord und Totschlag geht. Auch nach fast fünfzehn Jahren höre ich immer wieder neue, korrekte Beschreibungen von Täter-Seelen darauf, sei es bei Lottie oder eben der Wilden Rose. Woher Nick Cave das alles weiß, will ich lieber gar nicht erfahren…

Wie fühlt es sich an, einen fremden Text zu interpretieren?

NOXX: Wenn Mark sich in den Umhang eines schizoiden Delinquenten hüllt, fühlt sich der Texxt plötzlich gar nicht mehr fremd, sondern eher wie ein Leib und Leben bedrohendes Szneario an …

BENECKE: Mit der Hilfe der oben genannten Realmusikusse ging das sehr angenehm vonstatten. Bei Youtube ist das Behelfs-Studio für Kontrast in Berlin während des Einsinges zu sehen (beachte die "Ghostbusters"-Bettwäsche zur Schalldämmung!) , und das Studio der Patenbrigade, die ihre Finger auch darin hatten, ist ja weltbekannt. So gesehen war es einfach eine spannende, coole Sache. Mit Nick Cave allerdings kann ich mich durchaus identifizieren, so dass dieser Teil der Aktion nicht zu kniffelig war.

Sara, hatte Mark Benecke ein Mitspracherecht bei der musikalischen
Umsetzung?
Inwieweit hat er sich eingebracht?

NOXX: Die Frage bitte ich, umformuliert an Mark zu richten. Ich nehme mir die Freiheit : Mark, hatte Sara ein Mitspracherecht bei der musikalischen Umsetzung?

BENECKE: Danke für die gute Frage, Sara! Nun, Frau Noxx hatte insofern ein Mitspracherecht als sie ja eher dem Sprechgesang huldigt denn den Coloraturen. Dabei hatte sie also einiges zu sprechen.
Ansonsten kann ich es nicht genau sagen, denn da wir sie nur pro Stunde für zehn Minuten aus dem Keller gelassen haben (Kartoffeln schälen, Kohlen der Größe nach sortieren, Eingemachtes von 1954 prüfen), sind ihre möglichen Mitsprachen evtl. in den schattigen Berliner Gemäuern verhallt. Besser als nix!

Wird es gemeinsame Auftritte geben? Wenn ja, wie würden diese wohl aussehen?

NOXX: Gemeinsame Auftritte mit Mark? In welcher Form, hm, viellleicht in Uni???

BENECKE: Wir hatten schon jede Menge gemeinsamer Auftritte, beispielsweise, als ich Frau Noxx im K17 in Berlin mal die Scheinwerfer montieren durfte und auf dem Amphi in Köln, als wir uns heimlich am Klo treffen wollten und dann aber doch von Ihren Fans umringt
wurden. Komme also, was wolle! Wir machen das dann. Nach welchen Kriterien habt ihr die Künstler ausgewählt, mit denen ihr zusammenarbeitet und wie seit ihr auf sie gekommen? Was war der besondere Reiz dabei euch eher weniger durch bekannte Namen, wie bei Sara’s vorigen Veröffentlichungen, leiten zu lassen?

BENECKE: Ich habe alle Leute angelabert, die ich cool fand, und zwar NUR solche. Es gab nur eine Absage ("Marks Gakratze kann ich nicht remixen, war da was im Studio kaputt?"), alle anderen haben wirklich geilste Scheisse hingelegt. Als erste Band hat FEINDFLUG direkt mal in die Trommeln gekloppt, und ganz am Ende haben die Elektrobastler von KONTRAST noch sensationelle Varianten ertüftelt. Alle anderen Bands sind ne Überraschung: Platte kaufen! Yessir!

Sara, bitte erzähle ein wenig mehr vom Feindflug Remix, der martialischer, härter klingt als der Rest. Warum hast du dich für Feindflug entschieden?

NOXX: Mit den Feindflug-Junxx verbindet mich seit langer Zeit ein sehr freundschaftliches Miteinander, woraus verschiedenste Gemeinschaftsproduktionen resultier(t)en. Da ich das musikalische Schaffen der Junxx schätze und mich speziell mit Felixx eine sehr innige Beziehung verbindet, ist ein Feindflug-Remixx stets ebenso naheliegend, wie er mich mit Stolz erfüllt.

Sara & Mark, warum habt ihr euch entschieden auch das „Making Of“ zu veröffentlichen?

NOXX: Das wird veröffentlicht ? 😉

BENECKE: Das wird veröffentlicht! Im Video können nämlich alle jüngeren Schwarzkittel
sehen, dass auch schwer traumatisierte Irre wie Frau Noxx und ich Spass haben können —

solange genügend Gleichgesinnte im Raum sind, die aufpassen, dass aus einem nicht gleich zehn Gläser des schon erwähnten Litschi-Proseccos werden…

Sara, es wird verschiedene Ausgaben der Maxi-CD geben: Kannst du bitte genauer auf die einzelnen Versionen eingehen? Was unterscheidet sie voneinander? Welche neuen Songs sind auf der Bonus-CD enthalten? Welche neuen Remixe werden darauf enthalten sein? Welche Videos? Was für ein T-Shirt? Was sonst noch? Und wie wird die ITunes Version aussehen, welcher neue Remix?

NOXX: „Where the wild roses grow“ wird, unterschiedlichste Interessenschwerpunkte berücksichtigend, in 3 Versionen erscheinen : der StandardVersion (4 Variationen plus Video, als iTunes Version plus Remixx von „Neon & The Wolf“), der Special Edition in einer Edelstahlboxx (Standard Version zuzüglich Remixx-CD + 2 weitere unveröffentlichte Songs) und schließlich die Ultimate Fan Edition, ebenfalls in einer Edelstahlboxx (plus zweite CD, plus T-Shirt oder Girlie mit „Where the wild roses grow“-Schriftzug in Gold, deutsche, bzw. metallicrot, internationale Version, plus MetallPin). Die der Special- und der Ultimate Fan Edition beiliegende Remixx CD, wurde beispielsweise mit Variationen von Kontrast und Winus Rilinger veredelt.

Welche Herausforderung hat diese Kooperationen für euch?

BENECKE: Naja, die Gurkerey quer durch Deutschland war schon lustig. Man sieht viel Neues! Ansonsten war es ein wenig anstrengend, das echte Video in einem Verschlag zu drehen, in den Frau Noxx und ich gesperrt wurden. Der Produzent hatte was von S/M-Club gesagt, als ich dann aber in einen weiß gekachtelten Raum geführt wurde, in dem eine halbtote Frau Noxx hing, und als da außerdem noch so grüne und rote und pinke Tabletten lagen, war ich schon froh, meine schwarzen Handschuhe eingepackt zu haben…

NOXX: Ich persönlich wäre schon dankbar, wenn er das ganze chronologisch xxakt schildern würde …

Wird es weitere musikalische Zusammenarbeiten zwischen euch geben? Was ist geplant?

BENECKE: Alles ist geplant, was ein Duett ist! Vorschläge her! Al Bano und Romina Power, Udo und Andrea Jürgens, alles geht, nichts muss.

NOXX: Baccara …
Wie repräsentativ ist “Where the wild roses grow” für das kommende Album? Hat das Baby schon einen Namen?

BENECKE: Ich hör immer Album? Das hat mir keiner gesagt. Können wir nicht direkt nach Backstage gehen, ohne Arbeit? Man sagte mir, ich erhielte Viagra, Koks und Bier, soviel ich will, wenn ich EIN Lied aufnehme. Soll das alles nur ein Traum gewesen sein?

NOXX: Mark, das sind doch zwei völlig unterschiedliche Fragen, aber antworte Du ruhig auf die öffentliche, ich widme mich der privaten : Wenn`s ein Junge wird, tendieren wir zum momentanen Zeitpunkt beide zu MARK, bei einem Mädchen schwanken wir noch zwischen Chantal und Mandy. Achso, und Du hattest mich ja auch noch gebeten, auf Deine Antwort einzugehen und irgendwie geschickt und unauffällig darauf hinzuweisen, daß Du natürlich kein Viagra benötixxt, weder Drogen noch Alkohol konsumierst und daß Träume eh überbewertet werden …

Wird es ähnlich opulent erscheinen wie das Debüt?

BENECKE: Nun, es gibt nur eine begrenzte Anzahl von Bands, die so schöne Remixxe bauen können, und nur eine begrenzte Anzahl von Liedern, die wir glaubhaft singen können. Ob Truck Stop und Heintje uns die Rechte an ihren Songs überlassen wollen, ist auch fraglich. So gesehen…

Was ist eure musikalische Motivation? Was treibt euch an?

BENECKE: Mich verlockte diese Backstage-Sache, siehe oben. Da die aber ja nun offenbar gecancelled ist, denke ich, dass ich mich mal einlesen werde. Ich habe mir schon ein Buch bestellt: "Hundert klassische Konzerte, die man gehört haben muss, bevor man stirbt." War doch richtig, oder?

NOXX: Also gut – Eigentlich wollte ich zwar auch aus dieser Kooperation jungfräulich herausgehen, aber wenn er permanent mit dem Zaunpfahl winkt … so sei es denn! Abschlusskommentar?

BENECKE: Danke, dass Ihr coole Fragen gestellt habt und nicht irgendwelche aus den Fingern gesaugte. Wir drehen grade übrigens noch ein lustiges Video in einer noch viel lustigeren Location in Berlin zum Lied der Wilden Rose — ist bis zum Amphi / Blackfield / WGT dicke fertig, freut euch schon mal 😉

www.saranoxx.com
www.benecke.com
www.myspace.com/saranoxx

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