M'era Luna 2011

Marcel
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M’ERA LUNA 2011 – Nachbericht

 

 

 

Der Aufbruch

Den Finger schon am Auslöser, den Laptop in der Tasche und den straffen Festivalzeitplan – der zwar aufgestellt war, aber wie jedes Jahr uneinhaltbar sein würde – vor Augen machte sich das Team des VerloreneSeelen.net voll Vorfreude auch 2011 wieder auf den Weg zu einem der größten und bekanntesten Festivals der Alternative- und Schwarzen Szene Deutschlands – dem M’era Luna auf dem Flughafengelände in Hildesheim. Das Festival fand in diesem Jahr zum 12. Mal in Hildesheim statt und erwartete die über 20.000 Besucher und Besucherinnen am 13. und 14. August 2011 wie immer mit einem sehenswerten Line-Up, welches für jeden Musikgeschmack – und dieses Jahr erstmals auch für Liebhaber von Gothic- und Fantasylesungen – etwas bot. Neben Auftritten von Apocalyptica über ASP, Within Temptation, VNV Nation, Hurts, Atari Teenage Riot, Patrick Wolf, Tiamat und My Dying Bride (um nur die abendlichen Main-Acts zu nennen) und Lesungen konnte der Besucher auch über den mittelalterlichen Markt flanieren oder sich in zahlreichen Shops und Ständen mit beinahe allem eindecken, was das Herz begehrt.

Bereits am Freitagnachmittag, um, nachdem man Quartier auf dem Zeltplatz bezogen hatte, gerade noch rechtzeitig zu den abendlichen Lesungen zu gelangen, machte sich das VS-Team aus dem schönen Bayern auf Richtung Norden – „Hildesheim, wir kommen!“. Und es klappte auch noch rechtzeitig.


Lesungen – Der Freitagabend

Dieser neu ins Programm aufgenommene Punkt rundete dieses Jahr das Line-Up ab und sorgte bereits am Freitagabend mit den namhaften Autoren Christian von Aster, Christoph Hardebusch und Markus Heitz für eine lustige, phantasievolle, unterhaltsame und äußerst kurzweilige Einstimmung auf die beiden folgenden Festivaltage. Zahlreiche Interessierte füllten schon vor Beginn die extra für die Lesungen aufgestellten Sitzbänke.

Den Einstieg machte Christian von Aster, der sich selbst als „Genregrenzensaboteur“ und „Cascadeur du mot“ bezeichnet, mit einem Auszug aus „Apocalypse au Chocolat: Eine gebäckwärtige Geschichte vom Ende der Welt“. Und was für ein Ende. Im Rahmen einer schwarzen Messe wird der Teufel beschworen. Dieser Versuch hat wider Erwarten Erfolg. Der Fürst der Finsternis versucht sich daraufhin, etwas entfernt vom eigentlichen Ort seiner Anrufung, im Lagerraum einer benachbarten Bäckerei im Gebäck des Vortages zu materialisieren. Von Aster sorgte für zahlreiche Lacher und Applaus seitens des Publikums.

Anschließend las Christoph Hardebusch – bekannt durch Bestseller wie „Die Elfen“, „Die Trolle“ oder „Die Zwerge“ – aus seinem Fantasy-Roman „Die Werwölfe“ und entführte die Zuhörer in das Europa des beginnenden 19. Jahrhunderts, wo sich im Aufbruch in die Moderne eine uralte Bedrohung anschickt, die Menschen nach Kriegen und Unruhen erneut in den Abgrund zu reißen – die Werwölfe.

Den Abschluss bildete die Lesung von Bestsellerautor Markus Heitz, der dem geneigten Fantasy-Leser bekannt ist durch seinen „Ulldart-Zyklus“ und die Romane um die „Zwerge“. Er gab einen Auszug aus „Judastöchter“ – dem letzten Teil der Fantasy-Trilogie um die Kinder des Judas – zum Besten. "Meine Vampire glitzern nicht. Ist zwar ein ganz netter Effekt… muss aber nicht sein."

Einziger Wermutstropfen: Die Autoren hatten jeweils nur eine halbe Stunde Zeit, so dass man wirklich nur einen ganz kurzen Einblick in ihr Schaffen erhalten konnte. Eine Umbaupause gab es leider nicht, so dass Unruhe durch hinzukommende oder gehende Besucher und den Verkauf der Merchandise-Artikel die folgenden Autoren und konzentrierten Zuhörer etwas irritierte.

Insgesamt trotzdem ein sehr gelungener Auftakt, bei dem man gerne auf einem Festival ankommt. Eine solche Veranstaltung sollte beibehalten werden.

Samstag

Das Team der VS startete in den Samstag mit einer Dusche im gut ausgestatteten Sanitärbereich des Zeltplatzes (nach dem obligatorischen Anstehen) und einem anschließenden Frühstück. Etwas verspätet kamen Photograph und Schreiberling an der Mainstage an. Erfreulicherweise hatte
der Wetterbericht nicht Recht, das Team konnte sich über warmes, aber nicht heißes Wetter freuen und die Regenpfützen vom Vortag waren auch schon am Abtrocknen. Perfekt für ein Fest

Omnia

Omnia – die niederländische Pagan-Folk-Band – legte gemäß ihres Mottos „Omnia chaos est“ nach einem recht langen Soundcheck, der sich wirklich gelohnt hat, endlich los. Auf diesen Act hatte sich das Team sehr gefreut, da die Band um Frontmann Steve-Evans van der Harten relativ selten auf Festivals anzutreffen ist. Die Kombo hat die Zuschauer während der 40-minütigen Spielzeit hervorragend unterhalten. Dies war nicht nur Steve’s lustigen und von Zeit zu Zeit in gebrochenem Deutsch gehaltenen Zwischenansagen geschuldet, sondern auch den sympathischen und authentischen Musikern der Band, die mit toller Musik und einem ausgewogenen Klang ein erstes Highlight auf der Hauptbühne darstellten. Einen Vorgeschmack auf das im September 2011 erscheinende Album „Musick & Poëtree“, aus welchem der Song „I don’t Speak Human“ im Rahmen des Konzertes vorgestellt wurde und beim Publikum sehr gut ankam, erhielten die Zuhörer bereits im zweiten Lied des Gig. Aber natürlich wurden auch bekannte Stücke wie „Alive!“, „Saltatio“ und als Höhepunkt des Konzertes „Wytche’s Brew“ kredenzt. Insgesamt ein mitreißendes Konzert, in welches die Festivalbesucher über genaue Anweisungen, wann wie zu Klatschen sei , voll eingebunden wurden. Da kann man sich nur auf das nächste Mal freuen!

Setlist OMNIA
01. Alive!
02. I don’t speak Human
03. Toys in the Attic
04. Auto Luonto
05. Slidgeridoo-Solo
06. Wytche´s Brew
07. Saltatio
08. Dance until we Die
09.
Etrezomp-ni Kelted

Leaves Eyes

Das VS-Team kehrte nach einer Pause während des Qntal-Auftrittes, welche unser Photograph Michael Rothert dazu genutzt hatte, über das Gelände zu schlendern und Besucherbilder zu knipsen, wieder zur Hauptbühne zurück, um den Klängen von Leaves Eyes zu lauschen. Nach den beiden ruhigeren Acts Omnia und Qntal eine gelungene Abwechslung für das Publikum. Die Symphonic Metal Band um Liv Kristine startete mit zwei Songs aus ihrem vierten Studioalbum „Meredead“, welches in 2011 veröffentlicht worden war. Anschließend betrat auch Liv’s Ehemann und Atrocity-Mitglied Alexander Krull die Bühne. Es folgten Songs vom 2009er Album „Njord“ sowie die Mike Oldfield Coverversion von „To France“, die das Publikum dazu verleitete, mit zu singen und zu klatschen. Ein insgesamt sehenswerter Auftritt der deutsch-norwegischen Band, bei welchem Liv Kristine –ehemaliges Bandmitglied von „Theatre of Tragedy“ – das Publikum in ihrem knalllilafarbenen Samtkleid bezauberte.

Setlist LEAVE´S EYES
01. Veritas
02. Velvet Heart
03. Take the Devil
04. My Destiny
05. Krakevisa
06. Melusine
07. To France
08. Froya´s Theme
09. Mot Fjerne Land

Mesh

Die englische Band “Mesh” machte den Anschluss auf der Hauptbühne – sie gehört schon fast zu den Dauergästen des Festivals in Hildesheim, was das Publikum aber nicht davon abhielt, auch dieses Jahr wieder zahlreich zu erscheinen. Mark Hockings, Richard Silverthorn und Neil Taylor, die durch emotionale Texte und schönen minimalistischen Synthiepop überzeugen und dabei an Depeche Mode erinnern, wurden diese Jahr von der lettischen Sängerin Vic Anselmo von der Band Danse Macabre unterstützt. Die Sängerin war mit Mesh auf Tournee gewesen, weshalb es nicht verwunderte, dass sie auch auf dem M’era Luna gemeinsam Mark Hockings die beiden „Who Says“ und „You’ll Never Understand“ im Duett sang. Neben diesen beiden Songs brachten Mesh auch die beiden bekannten Singleauskopplungen „Crash“ und „Only Better“ und den wohl stärksten Song des Albums „A Perfect Solution“ – „Everything I Made“. Zuletzt erfreute die Band das Publikum noch mit einer Extended Version des Evergreens „Friends like These“. Wie immer ein guter Auftritt der Band mit charmanter weiblicher Unterstützung, der bei den Festivalbesuchern für ausgelassene Stimmung und Mittanzen sorgte, auch wenn einige Zuhörer bekannte Lieder wie „Little Missile“ vermisst haben dürften, was aber sicherlich auch der kurzen Spielzweit von nur 40 Minuten geschuldet sein durfte

Setlist MESH
01. Hold it Together
02. Crash
03. Leave you Nothing
04. Only Better
05. Everything I made
06. You´ll never understand
07. Who says?
08. Friends like these [Extended Version]

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Equilibrium

Der nächste Act auf der Mainstage sorgte in der Umbaupause für regen Wechsel des Publikums, wollte er sich von der Musikrichtung her doch so gar nicht zwischen Mesh und Blutengel einreihen. Die bayerische Epic Metal Band Equilibrium, die es immer wieder schafft, verschiedenste Stilelement in ihre Stücke einzubauen – unter anderem aus dem Pagan Metal, Black Metal, Speed Metal und sogar dem Folk, legte mit grellem Licht und Strobofeuer los und ließ sogar Freunde des Viking Metals mit den Liedern „Met“ und „Winghtors Hammer“ auf ihre Kosten kommen. Vielleicht nicht jedermanns Sache, aber dennoch einen kurzen Abstecher wert vor allem für Liebhaber und Metal-Insider.

Setlist EQUILIBRIUM
01. In Heiligen Hallen
02. Blut im Auge
03. Der Ewige Sieg
04. Heimwärts
05. Verbrannte Erde
06. Met
07. Wingthors Hammer
08. Fahrtwind
09. Unbesiegt

Apocalyptica

Das Team der VS setzte bei Blutengel kurz aus (wobei man von anderen Festivalbesuchern hörte, dass es wie immer eine sehenswerte Bühnenshow gegeben habe), um sich vor den letzten drei Bands des Abends noch einmal essenstechnisch zu versorgen. Gestärkt, mit ein paar mehr Besucherbildern auf dem Kamerachip und bereits gespannt auf die drei finnischen Cello-Metaller von Apocalyptica, die bereits auch das ein oder andere Mal auf dem M’era Luna gastierten – zuletzt im Jahre 2009, begab sich die VS für euch wieder vor die Hauptbühne. Vorne drei Celli und im Hintergrund das Cover des neuen Albums „ 7th Symphony“ auf einem riesigen Banner- sexy und gleichzeitig unheimlich elegant. Unterstützt wurden die Finnen bei diesem Auftritt von Tipe Johnson von den Leningrad Cowboys, der die Vocals zu den Songs „I´m not Jesus“, „Bring them to Light“ und „I don´t care” sang. Natürlich beinhaltete das abwechslungsreiche Programm der Band neben selbst geschriebenen Stücken auch die bekannten Covers zu Songs von Metallica und Sepultura, die zum moshen und mitsingen (soweit man sich dies zutraute) einluden. Das Team der VS empfand den Gastauftritt Johnson’s als abwechslungsreiches Element des Programms, allerdings gibt es bei Apocalyptica-Fans auch die Ansicht, dass Vocals den typischen Cello-Sound der Band zerstören. Insgesamt ein solider und professioneller Auftritt der Finnen.

Setlist APOCALYPTICA
01.
2010
02. Master of Puppets
03. Grace
04. I´m not Jesus
05. Bring them to Light
06. Nothing else matters
07. Last Hope
08. Seek & Destroy
09. Inquisition Symphony
10. I don´t care
11. Hall of the Mountain King

ASP

Bei hereinbrechender Dunkelheit enterte die vorletzte Band des Samstags die Bühne. ASP – die Rockband aus Frankfurt am Main – erwartete die Zuhörerschaft wieder mit einer gigantischen und atmosphärischen Show, bei der auf Abwechslung höchster Wert gelegt wurde. Licht- und Pyroshow sowie zusätzliche Effekte wie ein Regen aus Papierschnipseln, den man während eines der beliebtesten Song der Band („Und wir tanzten“) herab regnen ließ, oder der in allen Farben wechselnde riesenhafte Schmetterling im Bühnenhintergrund high-lighteten den Auftritt. Mit Fug und Recht kann man sicherlich behaupten, dass visuell gesehen und von technischen Kniffen, die gezogen worden sind, diese Show eine DER Shows des Festivals gewesen sein dürfte.

Musikalisch wartete die Band mit bekannten Klassikern auf. Zusätzlich erstaunte und begeisterte die Festivalbesucher ein neuer Song („Wechselbalg“), der erst am Freitag vor dem Festival als EP veröffentlicht worden war. Überrascht dürften die Zuhörer auch über das Sisters of Mercy-Cover „Temple of Love“ gewesen sein, das ASP das allererste Mal live spielte. Allerallerspätestens mit dem letzten Lied „Ich will brennen“ sollte ASP dann auch den letzten der Zuschauer zum kochen, Tanzen und Mitgrölen veranlasst haben, dabei kann man die Füße einfach nicht still halten. Ein rundum gelungenes Konzert, das die Position der Band direkt vor dem Mainact auf jeden Fall rechtfertigte.

Setlist ASP
01. Sanctuary
02. Schwarzes Blut
03. Kokon
04. Wechselbalg
05. Und wir tanzten (Ungeschickte Liebesbriefe)
06. Sing Child
07. Schwarzer Schmetterling
08. Denn ich bin dein Meister
09. Temple of Love
10. Ich bin ein wahrer Satan
11. Werben
12. Biotopia
13. Ich will brennen

Within Temptation

Der Samstagabend-Mainact auf der Hauptbühne des 2011er M’era Luna ließ zunächst ein wenig auf sich warten. Eine recht lange Umbauphase machte das Publikum neugierig auf einen der energiegeladenen Auftritte der niederländischen Band Within Temptation. Seit neuestem hat Within Temptation nicht nur den bekannten bombastischen Gothic/Symphonic Metall im Repertoire, sondern mit dem im Frühjahr 2011 erschienen Album „The Unforgiving“ auch Alternative Rock-Elemente adaptiert.

Eine gut gelaunte Band – visuell unterstützt von Lichteffekten, Videoclips und Kurzfilmen, welche auf einer riesigen Leinwand im Bühnenhintergrund gezeigt wurden, erwartete die Zuschauer mit einem Mix aus klassischen Stücken der Formation und Songs des aktuellen Albums. Neben „Angels“ – einer der schönsten Balladen der Bandgeschichte – wurden noch 11 weitere Songs, unter anderem als offiziell letzter Song des Gigs „Mother Earth“ zum Besten gegeben. Spätestens jetzt war das Publikum kaum mehr zu halten und sang den Hit laut mit. Nach kurzer Pause wurden dann noch zwei weitere Songs des „Mother Earth“-Albums gespielt. Abgesehen vom Outfit der Sängerin – ja wir vermissten die sonst so hinreißenden Gewänder der Within Temptation Frontfrau ein wenig – konnte das Team der VS einem phantastischen Konzert beiwohnen. Within Temptation verstand es, die Festivalbesucher in ihren Bann zu ziehen und erwiesen sich als würdiger Headliner. Nach dem Stilwechsel, welcher im neuen Album vollzogen wurde, dürfen wir von der Band noch einiges erwarten.

Setlist WITHIN TEMPTATION
01. Our Solemn Hour
02. Faster
03. Angels
04. In the Middle of the Night
05. Stand my Ground
06. Fire and Ice
07. The Howling
08. What have you Done
09. Iron
10. Shot in the Dark
11. Sinéad
12. Mother Earth
Zugaben
13. Deceiver of Fools
14.
Ice Queen


Sonntag

Am Sonntag war der Wettergott leider nicht ganz so gnädig und das Team der VS startete in einen leicht verregneten und bewölkten Tag. Nach der allgemeinen Morgentoilette und dem langsamen Fit-Werden, machten wir uns auf den Weg übers Gelände. Shoppen und Besucher photographieren und wir wurden auch fündig. Dafür ließen wir sogar die ersten Konzerte auf der Hauptbühne saußen und fanden uns erst um kurz nach zwei dort ein, um Mono Inc. zu lauschen.


Mono Inc.

Einem der energiegeladensten Auftritte dürfte das Team der VS im Rahmen des Konzertes von Mono Inc. beigewohnt haben, wo Band und Zuschauer sich interaktiv ständig die Bälle zuspielten. Leider war der Gig mit 40 Minuten sehr kurz und die Mischung war teilweise nicht optimal, so dass die Instrumente lauter rüberkamen als die Vocals. Ein besonderes Highlight war sicherlich die Akustikversion des Songs von Iggy Pops „The Passenger“, welches Sänger Martin Engler selbst mit der Akustikgitarre begleitete. Auch ein neuer Film für das Videotagebuch der Band entstand während des Konzertes (Katha Mia zückte ihren Camcorder und filmte die Zuschauer von der Bühne aus – Zuschauerimpressionen). Trotz einiger technischer Mängel gehörte der Auftritt von Mono Inc. zu den besseren dieses Festivals. Schade, dass die Zeit so schnell um war, denn mit „Voices of Doom“ und „Get Some Sleep“ war der Gig der Band auch schon wieder zu Ende. Schade, wir freuen uns aufs nächste Mal.

Setlist MONO INC.
01. This is the day
02. Symphony of Pain
03. Viva Hades
04. Forgiven
05. The Passenger [Acoustic]
06. Drumsolo
07. Voices of Doom
08. Get some Sleep
 

Tanzwut

Am späten Nachmittag bzw. am frühen Abend hatte Petrus ein Einsehen und es hörte auf zu regnen. Pünktlich zum Auftritt der Mittelalter-Industrial-Rockband Tanzwut  ließ sich sogar die Sonne kurzzeitig blicken. Die Kombo um Frontmann Teufel legte ein stimmungsvolles Konzert auf die Bretter. Bekannte Songs wie „Ihr wolltet Spaß“ und „Meer“ waren nur einige gute Laune-Songs, die die Zuschauer anheizten. Richtig ab ging es dann aber beim Ärzte-Cover „Bitte, bitte“ und der Nummer „Der Arzt“. Zuletzt wurden noch „Nein Nein“ und „Schattenreiter“ zum Besten gegeben, bevor der Auftritt leider schon wieder vorbei war. Tanzwut, ein guter Laune Garant und für diese Uhrzeit auf einem Festival wirklich optimal als Anheizer für die folgenden Bands, obwohl diese eine ganz andere Musiksparte belegen. Daumen hoch!

Setlist TANZWUT
01. Toccata
02. Ihr wolltet Spaß
03. Meer
04. Merseburger Zaubersprüche
05. Lügner
06. Wächter
07. Bitte, bitte
08. Vulkan

09. Teufel im Paradies
10. Der Arzt
11. Nein Nein
12. Schattenreiter

Project Pitchfork

Das Konzert der Hamburger Dark Electro Band Project Pitchfork hatte sich richtig gewaschen. Nicht nur, dass die Band 2011 ein Jubiläum feierte und im Rahmen dessen ihre „First Anthology“ mit zahlreichen Bandklassikern, die auch teilweise neu aufgenommen worden waren, herausgebracht hatte, sondern direkt zwei Tage vor dem Festival in Hildesheim durften sich die Fans auch noch über das neue Album „Quantum Mechanics“ freuen, aus welchem der letzte Song des Auftritts „Lament“ entstammte. Insgesamt eine stimmige Show, die mit dem unserer Meinung nach vielleicht bestem Song („Continuum“) des 2010er Albums „Continuum Ride“ startete, dann zu „Timekiller“ überging, bei welchem die Band durch einen Gastauftritt des And One Sängers Steve Naghavi unterstützt wurde, und mit „Souls“ auch eine der emotionalsten Dark Electro Balladen enthielt. Auch die Klassiker „Steelrose“ und „Conjure“ durften natürlich nicht fehlen. Ein abwechslungsreicher Gig, mit dem sich Project Pitchfork sicher nicht verstecken braucht

Setlist PROJECT PITCHFORK
01. Continuum
02. Timekiller
03. Souls
04. Beholder
05. Mine (Beast of Prey)
06. Steelrose
07. Conjure
08. Endless Infinity
09. I am (A Thought in Slowmotion)
10. Fire and Ice
11. Existence
12. Lament

VNV Nation

Ronan Harris und Mark Jackson belegten die doch nicht so ganz einfache Position vor dem großen und auch radiotauglichen Headliner Hurts. Und man muss wirklich sagen, dass VNV Nation, supportet von Andre Winter und Tom von [:SITD:] an den Keys, noch einmal richtig gute Laune machten. Vor der Bühne hatten sich viele der tanzwütigen Electroheads versammelt, um beim Sound der Future Pop Band abzufeiern. VNV Nation startete das Konzert mit ihrer Partygranate „Chrome“, der noch weitere bekannte Songs der Kombo folgten. Auch zwei unbekannte Titel (Nova“ und „Control“) der neuen Platte „Automatic“ waren unter den 10 Songs, die die Band an diesem Abend dem Publikum kredenzte. Die Spielzeit der Band war leider viel zu schnell zu Ende und einige im Publikum dürften bekannte Songs wie „Legion“ oder „Sentinal“ vermisst haben. Als krönenden Abschluss gab es aber noch die beiden nicht mehr weg zu denkenden Titel „Beloved“ und „Perpetual“. Für viele Festivalbesucher waren VNV Nation der wahre Headliner des Festivals.

Setlist VNV NATION
01. Chrome
02. Tomorrow never comes
03. The Farthest Star
04. Nova
05. Standing
06. Further
07. Control
08. Illusion
09. Beloved
10. Perpetual

Hurts

Das Interesse der Festivalbesucher nahm, wie bereits zuvor schon der ein oder andere prognostiziert hatte, zur letzten Band, dem großen Headliner, hin ab. Der Raum vor der Bühne der Mainstage lichtete sich sichtlich. Einige reisten bereits nach VNV Nation ab, andere verbrachten die Zeit während des Konzertes der Engländer auf dem Zeltplatz.

Nach dem Aufbau der beeindruckenden Kulisse überzeugten die Gäste aus Manchester mit ihrem ruhigen und melancholischen Synthiepop. Live-Keyboarder, Schlagzeuger, Streichorchester, Theo Hutchcraft am Mikro und Adam Anderson am Piano (jeweils im schlichten schwarzen Anzug) sorgten für ein einzigartiges Klangerlebnis. Die Vielzahl der Instrumente und Akteure sowie die Backroundtänzer und ein beachtliches Lichtspiel sorgten bei Dunkelheit aber auch für einen Augenschmaus der besonderen Art. Nach den beiden Partybands VNV Nation und Project Pitchfork war es sicherlich für die Zuhörer nicht ganz einfach sich auf die ruhigeren Klänge der Engländer einzulassen. Wer dies aber schaffte, konnte ein Konzert der Band, die bereits einen Echo gewonnen hat, in Deutschland mehrere Chartplatzierungen hatte und täglich im Radio zu hören ist, genießen, Neben der großen Durchbruch-Single „Wonderful Life“ wurden viele weitere bekannte Songs gespielt, nicht zuletzt die ebenfalls erfolgreiche Singelauskopplung „Stay“. Besonders hervorzuheben ist die sehr gute Live-Stimme des Sängers, die besonders bei „Devotion“ herausstach, das Theo wundervoll berührend herüberbrachte.

Nach überzeugenden 75 Minuten und 17 Songs, während derer sich Hurts entgegen aller Befürchtungen als sehr brauchbarer letzter Mainact herausgestellt hatten, wurden die Festivalbesucher mit „Better than Love“ in die sonntägliche Nacht entlassen.

Setlist HURTS
01. Intro Music
02. Silver Lining
03. Wonderful Life
04. Happiness
05. Blood, Tear
s & Gold
06. Evelyn
07. Sunday
08. Verona
09. Unspoken
10. Mother Nature
11. Devotion
12. The Water
13. Confide in me
14. Illuminated
15. Stay
16. Gloomy Sunday
17. Better than Love


Bye, Hildesheim

Noch nachts nach dem letzten sonntäglichen Konzert hat das Team der VS die Zelte in Hildesheim abgebrochen und ist nach Bayern zurück gefahren. Schön war’s und 2012 sind wir natürlich wieder gerne für euch dabei. Soviel von der Front. Over and Out!


Von: Michael Rothert und Teresa Zellner

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