Gothic und die Mode

Marcel

 

Es ist schwierig oder eher gesagt fast unmöglich zu schreiben, wie ein Goth auszusehen hat, da es im Grunde keinen vorgeschriebenen Kleidungsstil gibt.
Wir möchten mit den folgenden Beispielen auch niemanden vorschreiben oder belehren, welche Kleidung er oder sie zu tragen hat, wie eben schon erwähnt – es sind nur Beispiele.

Der Begriff Gothic geht weit über die Kleidung hinaus, es ist für viele eine Lebenseinstellung, in der die Kleidung nur das Tüpfelchen auf dem I bedeuten kann.
Goths sind Individualisten, und dieser Individualismus macht sich bei vielen auch in der Wahl der Kleidung bemerkbar. Ich glaube, das Einzige was man als Gemeinsamkeit sehen kann, ist beim Großteil das Tragen der Farbe Schwarz.

 

Das Schönheitsideal des Großteils der Gothic-Szene ist bestimmt vom Protest gegen die Medienkultur, die dem Menschen ewiges Leben vorgaukelt. Als "schöne" Todesengel versuchen sie, den Tod darzustellen und auszuleben, um so ihre Umwelt daran zu erinnern. Aus diesem Grund wohnt in vielen Menschen eine unterschwellige Furcht vor Gothics – sie hassen es, an das erinnert zu werden, was ihnen bevorsteht.

Bei männlichen wie bei weiblichen Gothics lässt sich eigentlich kaum eine vorherrschende Stilrichtung herauskristallisieren.
Da die Gothic-Szene von ihrer Individualität lebt, kann man oft nicht einmal allgemeine Merkmale bestimmen.
Häufig vorkommende modische Kennzeichen sind allerdings:

  • schwarz, dunkelblau, dunkelviolett, rot oder weißblond gefärbte Haare (auch schwarz mit Strähnchen kommt vor)
  • lange, gepflegte Fingernägel, die oft schwarz lackiert sind
  • Piercings oder Inlays aller Art
  • Halsketten aller Arten, bei Frauen von aufwendigen Colliers aus Silber und (Halb)Edelsteinen bis zu Perlenketten, bei beiden Geschlechtern oft schlichte Lederbänder mit Anhänger. Dieser variiert dabei je nach persönlichem Geschmack und/oder Religion, so kommt vom Christenkreuz über Thorshammer bis zum Pentagramm/Drudenfuß so ziemlich alles vor. Auch beliebt sind Fledermäuse, Ankhs (ägyptisches Zeichen für Gesundheit und ewiges Leben), Rosen
  • Nietenhals- oder Armbänder, Ketten, Lederarmbänder mit Tribals oder Schrift
  • Von schlichten Ringen bis zu fingerübergreifenden Gliederringen oder fein verzierten Metallbändern kommt so ziemlich alles an Schmuck vor. Die Ringe sind dabei meist aus Silber oder bestehen aus Metalllegierungen, die versilbert sind. Auch sehr beliebt sind die so genannten "Slave Rings", bei denen ein schmaler Silberreif auf dem untersten Fingerglied mit einer Kette entweder mit einem Nagelaufsatz oder mit einem Armband verbunden ist.
  • Tatoos
  • Auf Partys oft bei beiden Geschlechtern weißes Make-up und wegrasierte oder sehr schmal gezupfte Augenbrauen

Die Kleidungsstile variieren sehr stark. Hierbei kann man bei Männern wie bei Frauen nur in die beiden extremsten Richtungen trennen: Der Romantik-Look mutet oft mittelalterlich an und setzt alles in Allem auf gepflegtes Aussehen.

Bei Männern:

  • Rüschenhemden oder weiße Hemden, dazu oft Gehröcke oder Jacketts aus Stoff oder Samt/Seide
  • Lange schwarze Mäntel, bei dieser Stilrichtung wird Filz oder Stoff bevorzugt. Seltener sind auch Kutten oder Samtmäntel sowie Capes anzutreffen. Ledermäntel werden von "reinen" Anhängern dieser Kleidungsrichtung als "stilbrüchig" abgelehnt.
  • Blanke Schuhe, oft Halbschuhe oder hohe Stiefel, oder Pikes, Stiefel aus Wildleder
  • Meist Anzughosen verschiedenster Stilarten
  • Handschuhe

Die Haare werden hierbei meistens lang getragen, sind so gut wie immer sehr gepflegt und werden oft als Zopf getragen. Auch beliebt sind sauber gestutzte Bärte. Die Anhänger dieser Stilrichtung versuchen, dem klassischen Bild eines Gentlemans zu entsprechen.

Bei Frauen:

  • Kleider aus Samt, Satin, Seide oder Ähnlichem, meistens in Schwarz oder dunklen Farben gehalten, oft mit Schnürung und/oder Korsett
  • Handschuhe aus verschiedenen Materialien (von Netz bis zu Satin, Stoff oder Nylon)
  • Dazu oft Umhänge (Capes, Überwürfe)
  • Schuhe: Pikes, Schnallenschuhe, Stiefel aller Art
  • Handschuhe
  • Dann der Gegensatz: Hier wird Lack und Leder getragen. Dieser Stil ähnelt oft sehr dem Punk, nur dass er, im Gegensatz dazu, auf grelle Farben fast gänzlich verzichtet. Sehr oft wird er mit futuristisch aussehender Kleidung kombiniert getragen.
  • Bei beiden Geschlechtern werden im Wesentlichen dieselben Kleidungsstücke getragen:
  • Meist enge, zerfetzte Trägerhemden, Netz oder Stoff, unter denen Frauen einen schwarzen oder gar keinen BH tragen, Hemden oder Tops in schwarz, Lack oder Leder, manchmal Stoff mit Aufdruck, bei Frauen oft Korsagen oder Korsetts in Lackoptik
  • Enge Hosen aus Leder oder in Lackoptik, auch Jeans aller Arten, in diesem Falle oft zerfetzt, Armeehosen
  • Lange oder kurze Leder- und Lackröcke
  • Hohe Schnür- oder Schnallenstiefel, oft in Lackoptik, meistens mit sehr hohen Plateauabsätzen, manchmal auch Turnschuhe und vereinzelt Schnürsandalen
  • Zum Überziehen werden oft Lederjacken oder -mäntel getragen, letztere in allen Längen, manchmal auch Jeans- oder Bomberjacken ,

Diese beiden Stile sind die extremsten Gegensätze, die sich finden lassen. Trotzdem gibt es alles dazwischen – manchmal trifft man auf Frauen, die diese beiden Stile reizvoll mit einander kombiniert haben. Unabhängig davon gibt es sämtliche Mixturen dazwischen, oder auch Individualisten und Individualistinnen, deren Kleidung zwischen hautengen Satinanzügen bis zu normalen Jeans und neutralen Pullovern variiert. Auch sind viele wie auch immer gearteten Anhänger der Gothic-Stilrichtung zu faul, um sich für den Alltag zu stylen – diese erkennt man meist an den verwaschenen schwarzen T-Shirts, auf denen ein Schriftzug mit dem Namen ihrer Lieblingsband prangt. Der eigenen Fantasie sind hierbei keinerlei Grenzen gesetzt.

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